Moabitgeschichte

Der Gefängnispfarrer D. Klatt (* 1882) erinnerte sich in ‚Treffpunkt Berlin-Moabit‘ (1957) an seine Zeit in Moabit (1910-40). Er lernte zahlreiche dort lebende Insassen kennen und richtete sich bei seiner Fürsorgetätigkeit nach der christlichen Ethik seines Vorgängers E. Wichern. Doch dessen Wirken im Zellengefängnis Moabit sieht B. Hildebrandt in seinem bereits angekündigten Band ‚300 Jahre Moabit‘ höchst kritisch. Er rechnet eindringlich mit der preußischen Justiz in Verfahren gegen republikanisch gesinnte Demokraten ab. Seine Durchforstung der Archive bezüglich der Anfänge Moabits zeigt die Interessenwidersprüche zwischen hugenottischen Flüchtlingen und der Schlachterinnung, die damals das Gebiet als Weideland nutzten, auf. Das preußische Militär benötigte Moabit zur Schießpulverherstellung und Lagerung. Bereits in frühen Jahren begann die Bodenspekulation, die bald zur Ansiedlung von Privilegierten führte, bis die Industrialisierung die Lebensqualität infolge der Luftverschmutzung beeinträchtige. Dafür zogen viele Proleten hierher. Für diese wurde 1872 das Krankenhaus Moabit in Baracken eingerichtet. Die Patienten litten an ansteckenden Seuchenkrankheiten, wie Cholera, Typhus, Tbc, Fleckfieber etc. – Virchow und R. Koch forschten hier und Forßmann machte seine Versuche mit dem Herzkatheter. Siemens richtete um 1923 eine Röntgenanlage ein. Doch leider wurde das Haus geschlossen. (M. Stürzbecher u.a., 125 Jahre Krankenhaus Moabit, 1999). Seit dem 7. November 2018 betreibt die Caritas eine Krankenwohnung für 15 Obdachlose. Jeoch ist die Finanzierung durch die Sozialverwaltung noch nicht gewährt. Eine Lücke von € 252000 kann durch Spenden allein nicht überbrückt werden,

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