bitterer Tee – und wie weiter?

Was kann mensch eigentlich noch konsumieren? Unmenschliche Arbeitsbedingungen, schadstoffbelastete Produkte  – wie ist es möglich, mit seinem Konsum diese Erde und alles, was darauf lebt, nicht noch weiter zu zerstören?
Gelegentlich bringt das Fernsehen doch mal ganz informative Beiträge, z.B. über die menschenverachtende Produktion von Bekleidung, Schuhen, Kaffee, Kakao…
und in dieser Woche bei Phoenix über den Teeanbau:

Teepflückerin bei der Arbeit (Quelle: ZDF)

Teepflückerin bei der Arbeit

Teepflückerin bei der Arbeit (Quelle: ZDF)

Vor allem Kinder sind von den Folgen betroffen, erklärt Professor Anup Kumar Das von der Universitätsklinik in Dibrugarh: “Die Lebens- und Arbeitsbedingungen schädigen die Babys schon im Mutterleib. Die Kinder in den Teeplantagen sind schlecht ernährt, im Wachstum verzögert, und die Kindersterblichkeit ist hoch.

Das Gift aus den Plantagen landet aber auch in den Tassen deutscher Verbraucher. In indischem Tee aus deutschen Supermärkten findet “planet e.” bis zu acht verschiedene Pestizide. Viele dieser Stoffe sind so gefährlich, dass sie in Deutschland nicht zugelassen sind.

Zertifizierer werben dagegen für ihren Tee aus kontrolliertem Anbau. Der sei fair für die Arbeiter und gut für die Umwelt. Aber stimmt das auch? “planet e.” ist unterwegs auf Plantagen in den indischen Regionen Darjeeling und Assam. Und deckt teils erschreckende Zustände auf.”

http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/2495817

Lösungen sind nicht in Sicht, solange nicht Menschlichkeit regiert, sondern Gewinnmaximierung und grenzenloser Konsum oberste Prinzipien sind. Selbst irgendwelchen Labeln, die “Nachhaltigkeit” signalisieren, ist leider nicht zu trauen.
Selbst im eigenen Land darf mensch nicht näher hinschauen, ohne Gefahr zu laufen, dass einem schlecht wird:
– monströse Massentierhaltung (das vergißt sogar die Umweltministerin, wie sehr das die Umwelt belastet – und das Futter kommt aus Ländern, in denen die Menschen keine Chancen mehr haben, eigene Nahrungsmittel anzubauen).
– Massenhafte Produktion von Plastikmüll, der am Ende der Nahrungskette im Meer landet.

Wundern wir uns noch über Naturkatastrophen und Extremwetterlagen?
Die Stadträtin fordert uns gerade auf, Grünanlagen z.Z. nicht zu betreten. Vielleicht sollte man dann alle Parks nur noch großflächig asphaltieren (wie den Kleinen Tiergarten und Ottopark).

2 Gedanken zu „bitterer Tee – und wie weiter?

  1. Edith

    Liebe Claudia, das ist im Kleinen wie im Ganzen die Frage: Wie geht es weiter? Mir wird ab und zu etwas schlecht, wenn ich überlege, wie das Produkt erzeugt wurde, das ich gerade verzehre, aber dann unterdrücke ich diese Gedanken und kaufe es trotzdem… Wir sind umgeben davon, es gibt fast nichts anderes. Ich habe nicht den Schwung, mich dem zu entziehen…

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    1. Maike

      …und es geht eigentlich nicht darum, sich dem individuell zu entziehen, sondern darum, diese Zustände zu ändern. Diese Herangehensweise macht es keineswegs überflüssig, zu überlegen, wie man – auch angesichts eventueller relativer Armut – den eigenen Konsum nachhaltig (für sich und andere) umgestalten kann. Sie erweitert aber den Blick auf andere Handlungsmöglichkeiten. Denn allein durch individuell veränderten Konsum werden wir diese Verhältnisse nicht ändern können.

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