Kino für Moabit

„Das Kino hat die Fähigkeit, aus Menschen Bürger zu machen”    (Naum Kleiman)

Am 20. Januar gab es im BVV-Saal im Rathaus Tiergarten einen  Film, zu dem der Verein Moabiter Filmkultur eingeladen hatte, bei dem es um die Bedeutung von Kino – in Moabit und weltweit – ging. Der Film hat mich angesichts des Kampfs um ein Kino in Moabit besonders berührt.
Gezeigt wurde CINEMA – A PUBLIC AFFAIR (D 2015, R: Tatiana Brandrup, 104 min)
Ein Dokumentarfilm über die Kraft des Kinos – und der Mut macht, sich weiter für eine öffentliche Filmkultur einzusetzen.
Ausgangspunkt ist die Arbeit von Naum Kleiman, Filmhistoriker und ehemaliger Direktor des Moskauer Filmmuseums. Dieses weltberühmte “Musey Kino” wurde 2005 aufgrund eines Immobilienskandals obdachlos; seitdem kämpfen Kleiman und seine Mitarbeiter*innen  darum, ein neues Gebäude zu erhalten und organisieren in ganz Moskau Filmvorstellungen. 2014 wurde Kleimann seines Postens als Direktor des Filmmuseums enthoben. Naum Kleiman kämpft unerschrocken weiterhin für eine Vision von Kino, das für ihn den Weg zu einer besseren Gesellschaft eröffnet.

  

Die Grußworte sprach Sabine Weißler, Stadträtin für Kultur im Bezirk Mitte, von der vielleicht moralische, aber offensichtlich keine finanzielle Unterstützung zu erwarten ist.
Als Gäste waren Tatiana Brandrup (Regisseurin) und Katrin Springer, Produzentin anwesend.

Der Film traf auch den Nerv der Situation hier in unserem Kiez. „Kino für Moabit” ist eine Initiative, die wieder mehr Filmkultur im Quartier etablieren möchte. Viele Moabiter vermissen ein Kino im Bezirk (wie auch viele andere kulturelle Orte Sparvorgaben zum Opfer gefallen sind). Das “Kino für Moabit” ist zur Zeit ein Wanderkino. Die Initiative organisiert  Filmvorführungen in Lokalen, Geschäften, kulturellen und sozialen Einrichtungen. Wir hoffen, dass es künftig  im  “Brüder-Grimm-Haus” eine feste Spielstätte erhält.
Der Verein setzt sich für eine Erneuerung der Filmkultur im Stadtteil ein. Öffentliche Förderung muß Jahr für Jahr erkämpft werden und steht für dieses Jahr noch in Frage.

Aktuell wird dringend neue Unterstützung für das Kinocafé gesucht, das sonst – nach über 5 Jahren mit 61 Vorführungen –  nicht mehr stattfinden kann.

Informationen über das Projekt und das aktuelle Programm auf http://moabiter-filmkultur.de

 

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus (13. bis 26. März) wurde am 17. März zu einer Veranstaltung in das Afrika-Haus eingeladen. Gezeigt wurde ein Film über eine Begegnung von südafrikanischen “gumboot dancers” mit bayerischen Schuhplattlern der Gruppe Biermösl Blosn. Außerdem Auftritte von: “Die Querplattler – erster schwuler Schuhplattlerclub Berlins” http://querplattler.de/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.