schöne neue Welt – zu Gast im Sony-Center

Da wurde ich zu einer 3-stündigen Schulung  “das 1×1 der smartphones und tablets für Menschen 65+” eingeladen. Na gut, dachte ich, vielleicht wär´s nicht verkehrt, mich doch mal mit der Thematik auseinanderzusetzen.
Wo das Sony-Center ist, weiß ich zwar –  aber wo in diesem monströsen Hochhaus-Konglomerat ist das richtige Bürogebäude?

Nachdem ich den ganzen Komplex 1x umkreist hatte und niemand mir Auskunft geben konnte, entdeckte ich schließlich die richtige Tür. Am Eingangstresen empfingen mich drei security-Männer. Erst wurde kontrolliert, ob ich tatsächlich berechtigt bin, das Gebäude zu betreten. Dann begleitete mich ein security-Mann in den 7.Stock  bis zum Schulungsraum. Hier mußte er einen Zugangscode eingeben, um die Tür zu öffnen. Auch von innen keine Klinke sondern ein Knopf, der die Tür öffnet  – wie kommt mensch eigentlich bei Stromausfall hier raus? Alles Glas, Stahl, Kunststoff und Beton. In dem Raum rauschte die Klimaanlage. Ich fühlte mich schon erschlagen.
Möchte ich Kaffee oder Mineralwasser? Nein danke, aber könnte ich eine Tasse für meinen mitgebrachten Tee bekommen? Es gibt nur Plastik- oder Pappbecher. Immerhin sparen sie am Wasser:  erst nach längerem Probieren gelang es mir, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, in welcher Höhe ich meine Hand unter den Wasserhahn halten muß, um ihm einen kurzen Strahl zu entlocken.

Bei ziemlicher Kälte (da wir die Klimaanlage nicht zu regulieren wußten) versuchten wir fünf Frauen uns am tablet oder smartphone. Wir wurden mit Grundbegriffen vertraut gemacht, die den meisten bisher nicht bekannt waren. Die Dozentin lockerte die Veranstaltung mit etlichen Anekdoten auf, um uns die Vorteile solcher Ausstattung deutlich zu machen. Leider war dadurch am Ende keine Zeit, um noch Fragen zu stellen, die mir wichtig gewesen wären.

Fazit: 1. das Sony-Center bestätigte alle meine Vorurteile gegenüber solchen high-tec-Bauten.

2. eine solche Schulung wäre sicher für viele Menschen meines Alters interessant. Aber warum muß dafür jemand aus Hamburg kommen (von wem in welchem Interesse finanziert??) – sicher gibt es in Berlin genug Menschen, die uns kompetent informieren können. Und wo es dann auch genug Zeit gibt, auf alle Fragen einzugehen – und das in freundlichen, natürlich belüfteten Räumen, in denen es auch richtige Tassen gibt und ich mich nicht eingesperrt fühle.

Z.B. in einem nahegelegenen Nachbarschaftstreff oder der Selbsthilfekontaktstelle. Die SHK in der Perleberger Str.44 könnte sich ein solches Angebot durchaus vorstellen – ich werde am Ball bleiben.

 

2 Gedanken zu „schöne neue Welt – zu Gast im Sony-Center

  1. Edith

    Du hast völlig recht, bleib’ dran! Solche Fortbildungen im Selbsthilfetreff in der Perleberger Straße wären sicher sehr gut. Nur die Bezahlung der DozentInnen muss gesichert werden. Wer “sponsert” das?

    Antworten

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