Thema Exil und Vertreibung im Erzählcafé Transit im Wedding

Der Bürgersaal des Karl-Schrader-Hauses der bbg Berliner Baugenossenschaft eG wurde 1906 für Gemeinschaftsveranstaltungen eingerichtet und dient bis heute diesem Zweck. Das Erzählcafé ist seit Jahrzehnten dort verortet. Die neue Erzählrunde ist dem Thema –Exil und Vertreibung- gewidmet. Daher unser neues Motto von Thich Nhat Hanh:
„Woher willst du wissen, wohin du gehst, wenn du nicht weißt, woher du kommst“.
Unsere Gäste werden ihre erlebten Exilgeschichten vorstellen, und das Publikum darf Fragen stellen und sich mit eigener Meinung einbringen. Für Kaffee und Kuchen bitten wir um eine Spende, der Eintritt ist frei. Das Erzählcafé Transit wird von einem Team geleitet. Unterstützt wird das Erzählcafé vom Eigentümer des Bürgersaales, der bbg Berliner Baugenossenschaft eG und deren Förderverein, dem Magareta-Spettmann-Verein e.V., sowie vom Verein Courage gegen Fremdenhass e.V.

Erzählcafé Transit im Wedding
„Woher willst du wissen, wohin du gehst, wenn du nicht weißt, woher du kommst“.

Liebe Freundinnen und Freunde ,
zur Herbstsaison öffnet das Erzählcafé Transit im Wedding wieder seine Türen und Tore.
Dazu möchten wir Sie herzlich einladen.

Ort
Bürgersaal
Malplaquetstr. 15 a
13347 Berlin-Wedding

Fahrverbindung Wir sind zu erreichen von den Haltestellen: U9-Nauener-Platz, U9/U6-Leopoldplatz, U6-Seestasse Der Fußweg von allen Bahnhöfen beträgt ca.10 Minuten

Termine
Oktober bis Dezember 2016

Informationen
0170 44 42 35 9

Einlass
wie gewohnt um 14:00 Uhr

Von der Antike bis zur Gegenwart sind Verlust, Vertreibung und schmerzhafter Neubeginn in der Fremde Erzählstoff der Menschheitsgeschichte. Während des Erzählens treten der oder die Fremde aus der Anonymität und erhält ein Gesicht, in dem wir uns spiegeln können.

D r a g a n a O b e r s t
Jenseits der weißen Linie
Samstag, 29.10.2016 um 15:00 Uhr
Die Autorin Dragana Oberst, geboren 1955, wuchs bis zu ihrem fünfzehnten Lebensjahr im Süden Jugoslawiens auf – im heutigen Südwesten Serbiens – und lebt seit 1970 in Deutschland. In ihrem autobiographischen Roman: „Jenseits der weißen Linie“ erzählt die Autorin von ihrer Kindheit zwischen zwei Kulturen, von Fremdsein und Integration, von der immerwährenden Suche nach Familie, Heimat und Identität. Im Belgrad der sechziger Jahre zerfällt ihre Familie. Janas Vater verschwindet eines Tages, die Mutter wandert nach Deutschland aus, um der Arbeitslosigkeit und Armut in Titos Jugoslawien zu entkommen. Die Kinder bleiben bei einer Pflegefamilie zurück, bevor auch sie voneinander getrennt werden. Auszug aus den Pressestimmen: „In ihrem kleinen, äußerst feinen Roman übersetzt Dragana Oberst ebenfalls: eine traurige Kindheit in wunderbare Erzählkunst, die immer wieder tröstlich zu stimmen vermag. Selten ist Trauriges so schön verpackt worden“.

S. B a n u Y a l k u t – B r e d d e r- m a n n  und  N o r a K i z i l h a n
Die Eziden
Samstag, 26.11.2016 um 15:00 Uhr
S. Banu Yalkut-Breddermann, geboren 1952 in Ankara. Sie studierte Ethnologie und Religionswissenschaften an der Freien Universität Berlin, mit dem Schwerpunkt Religion und Transformation der kurdischen Ezidi-Gemeinschaft. Im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Tätigkeiten unternahm sie Feldforschungen über die ezidische Diaspora. Während dieser Recherchen ist das Buch „Das Volk des Engel Pfau“ entstanden. Aus diesem Buch wird die Autorin die einst mündlich überlieferten Mythologien der Eziden vorlesen. Nora Kizilhan, ist in Celle aufgewachsen, sie lebt jetzt in Berlin. Sie arbeitet als Diplomübersetzerin, Sozialpädagogin und Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums interkultureller Jugend- und Familienhilfe. Sie selbst ist Ezidin. In ihrer täglichen Arbeit begleitet sie ihre Landsleute auf ihrem nicht ganz einfachen Weg einer Neuorientierung im Exilland. Davon wird sie uns erzählen. Eine fotografische Werkschau zeigt die geografischen Orte ezidischer Kultur.

L i s a S c h e l l
„Nach Osten send ich mein Gesicht“
Samstag, 10.12.2016 um 15:00 Uhr
Eine Lesung mit Gedichten von Gertrud Kolmar anlässlich ihres Geburtstages vor genau 122 Jahren. Gelesen und zusammengestellt von Schauspielerin Lisa Schell, musikalische Begleitung am Cello von Edelgard Reifner. Gertrud Kolmar ist das Pseudonym der jüdischen Dichterin Gertrud Käthe Chodziesner, die am 10.12.1894 in Berlin geboren wurde und 1943 in der Speyerstr. 10 im Bayerischen Viertel in Berlin ihre letzte Adresse hatte. Sie floh nicht wie ihre Schwester und andere Verwandte ins Ausland, sondern blieb bei ihrem Vater, dem damals bekannten Rechtsanwalt Ludwig Chodziesner, der 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde und dort 1943 verstarb. Gertrud Kolmar war bis zu ihrer Deportation nach Auschwitz in einer Kartonagenfabrik (Berlin-Lichtenberg) zur Zwangsarbeit verpflichtet. Sie war achtundvierzig Jahre alt, als sie im März 1943 gewaltsam verschleppt wurde.

Hier der Link zum Erzählcafé am 26.11. : https://bbg-eg.de/wDeutsch/aktuelles/meldungen/2016_11_26_erzaehlcafe_im_wedding.php?navanchor=2110007

 

Ein Gedanke zu „Thema Exil und Vertreibung im Erzählcafé Transit im Wedding

  1. Monika Weichardt

    Hallo liebe Lisa , hier ist Mona!
    Wir haben uns heute erst bei mir im Laden kennen gelernt.
    Das hat mir echt Freude bereitet.
    Gerne werde ich mich stark machen und dem Bürgermeister von
    Wedding meine Ansicht von Bürgernähe berichten!
    Damit ich gleich einmal ansprechbar für Sie alle bin,
    Werde ich mich hier eintragen!

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