Heimatverein & Geschichtswerkstatt Tiergarten e.V.

300 Jahre Moabit. Der Heimatforscher Bernd Hildebrandt hat nach zwölf Jahren Vorbereitung ein Buch zur Geschichte Moabits von den Anfängen bis zur 1861 erfolgten Eingemeindung in den Bezirk Tiergarten zusammengestellt. Obwohl im Krieg zahlreiche Akten vernichtet wurden, gelang es Herrn Hildebrandt auf 364 Seiten seine Kenntnisse mit Hilfe der Archivbestände in Dahlem, Merseburg, Potsdam und Berlin über die erste Halbzeit Moabits in acht Kapiteln darzulegen. Durch Förderung von Sponsoren konnte der Ladenpreis für den reich illustrierten Band knapp unter € 20 gehalten werden.

Lesung: Sineb El Masrar „Muslim Men“

Am 1. November 2018, 19 Uhr, liest Frau Sineb Al Masrar aus ihrem Buch über muslimische Männer, „was sie sind, und was sie wollen“. Am 16. Oktober hatte sie im Gespräch mit dem Deutschlandfunk Einblicke in die Konflikte geschildert. Heranwachsende sind von patriarchlischen Familienstrukturen geprägt und sollten sich davon befreien, damit das Zusammenleben in der hiesigen Gesellschaft klappt. Milli Görüş ließ gerichtlich durchsetzen, dass Passagen ihres Buches über die Emanziption geschwärzt wurden.

Frau Al Masrar (36-J.) veröffentlichte „Emanzipation im Islam“ (2016) und „Muslim Girls“ (2010), und ist seit 2006 für das multikulturelle Frauenmagazin „Gazelle“ tätig. Sie ist eine Botschafterin von Transaidency e.V.

Kurt-Tucholsky-Bibliothek

Rostocker Straße 32 b

10553 Berlin-Moabit

Lesung in der Zunftwirtschaft am 12.10.18

des vermutlich letzten Moabiter Überlebenden des Holocaust. Horst Seliger ist immer noch politisch aktiv. Im von ihm mitgegründeten Verein Child Survivors Deutschland haben sich Überlebende des Holocausts zusammengeschlossen, die damals noch Kinder oder Jugendliche waren. Und gerade Jugendlichen erzählt er bis heute von den Verbrechen, die von den Nazis begangen wurden.
Am 12. Oktober 2018 ab 18.30 Uhr wird Horst Selbiger in Moabit aus seinem Buch “Verfemt – Verfolgt – Verraten” lesen. Darin hat er seine unglaubliche Geschichte aufgeschrieben.
Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, mit ihm darüber zu diskutieren und Fragen zu stellen.
Ort: Zunftwirtschaft in der Arminius-Markthalle, direkt hinter dem Rathaus Tiergarten.
Der Eintritt ist frei.

Blog zurück aus der Sommerpause

Tonfigur von Edith Weber

Die brütende Hitze hatte nicht nur unsere Gehirne ausgedörrt, sondern eher zum Baden gelockt als an den Computer. Außerdem fehlte uns Laien auch die Sachkenntnis unseres Administrators.  Nun hoffen wir wieder auf weitere interessierte Schreiberlinge über den Moabiter Kiez.
Gleich heute, 12.10.18 um 16h,  gibt es eine Vorführung des Kinos für Moabit  im Rathaus Tiergarten den Film  „Die Herrin von Thornhill“ über eine junge Frau, die im viktorianischen Zeitalter gegen alle Konventionen das Gut ihres Vaters führt.
(hoffentlich funktioniert inzwischen wieder der Aufzug für Rolli-FahrerInnen; denn die Eingangsstufen sind sonst kaum zu überwinden.) Weiterlesen

Gentrifizierung – Film und Diskussion am 4.5.18

zu der Veranstaltung in der Zunftwirtschaft:
Bei gut gefülltem Saal sahen wir einen launigen Film über die „Sorgen“ eines gutbetuchten Menschen, der in allen möglichen Ländern Immobilien kauft. Dieser ist sicher noch einer von der harmlosen Sorte: er will damit kein Geld machen, sondern nur wohnen. Und er ironisiert sich dabei auch noch selber. Ansonsten preist er die Vorteile vertikalen Bauens (huh, Hochhausschluchten sind mir ein Graus, selbst wenn ich sie nur mit dem Fahrrad durchquere – z.B die Rudi-Dutschke-Str., in der  sich die Abgase stauen). Im ersten Teil des Films werden allerdings die Probleme von MieterInnen in Zürich, vergleichbar mit unseren, anschaulich dargestellt.
Interessant war für mich dann v.a. die anschließende Diskussion mit Andrej Holm, der zum Schluß seiner Hoffnung Ausdruck gab, daß Berlin sich zu einer mieterInnenfreundlichen Stadt entwickeln wird. Der Optimist…! Allerdings habe Berlin beim Bund einige Initiativen eingebracht zur Verbesserung der Situation, d.h. zur Begrenzung des Mietenanstiegs. Einige Bezirke nehmen auch bereits die Möglichkeit des Vorkaufsrechts in Anspruch. Dies geht jedoch nur in ausgewiesenen Milieuschutzgebieten.
Das mindeste wäre in meinen Augen, die ganze Berliner Innenstadt als Milieuschutzgebiet anzuerkennen!

Die Gentrifizierung bin ich

Zum Thema Gentrifizierung, von dem wir in Moabit besonders be-troffen sind, bringt  „Kino für Moabit“ am 4.5. einen Film (zu Gast der ausgewiesene Experte Andrej Holm)  und
vom 5. – 9.5. einige, zum Teil schon ältere, Videos.

4. Mai
DIE GENTRIFIZIERUNG BIN ICH. BEICHTE EINES FINSTERLINGS

CH 2018, R: Thomas Hämmerli
, 98 min
In diesem streitbaren personal documentary blättert der Schweizer Journalist seine eigene Entwicklung vom alternativen Hausbesetzer zum Immobilienbesitzer in verschiedenen Kontinenten auf.
Dass das Leben und Wohnen kein Zustand, sondern ein Prozess ist, bringt er deutlich zur Sprache – vom Kinderkriegen, Partnerwechsel, beruflicher Karriere bis zu vertikalem Bauen und gesellschaftlichen Stimmungslagen.
Gesprächsgast: Andrej Holm, Stadtsoziologe (Forschungsschwerpunkte Gentrification, Wohnungspolitik im internationalen Vergleich, Europäische Stadtpolitik)
Moderation:
Stefan Reinecke (taz)
Zeit und Ort
: 19h Zunftwirtschaft, Arminiusstr. 2

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Eine Treppe zum Underground

Bis zum 6. Mai 2018 erinnert die Akademie der Künste am Hanseatenweg mit einer Ausstellung und einem Aufführungsprogramm an improvisierte Jazz-Konzerte. Vor 50 Jahren konnte Peter Brötzmann nicht in der Philharmonie auftreten, weil seine Band keine vorgeschriebenen schwarzen Anzüge besaß. Die Akademie der Künste bot ihm dafür bis heute ihre Bühne. Die Musiker gründeten 1969 die FMP (Free Music Production) für die Konzerte und den Schallplattenvertrieb. Im damaligen Westberlin trafen sich internationale Künstler. Auch mit Osteuropäern gelang die Zusammenarbeit. Daher empfängt die Ausstellung mit einer reichen Dokumentation über den musikalischen Underground, die von Lodz übernommen wurde. Die FMP Präsentation war für das Münchner Haus der Kunst zusammengestellt worden. Die Sammlung umfaßt Plakate, Fotos, Briefe, Schallplatten-Covers, Videos und über Kopfhörer angebotene Aufnahmen. Dienstags ab 15 Uhr ist der Eintritt kostenlos.

 

tolle Poller an der Emdener Str.

Seit Jahrzehnten fordern sehbehinderte Menschen, daß die (häßlichen!) grauen Poller, die an vielen Stellen im Weg stehen, einen farblichen Anstrich bekommen, der sie besser sichtbar macht. Und nun haben Scherzbolde auf der Turm-/Ecke Emdener Str. etliche Poller und Fahrradbügel mit leuchtend buntem Anstrich verschönt. Also, mir gefällt´s.
Aber die Berliner Woche nahm daran Anstoß, verfaßte sogar einen empörten Leitartikel und befragte dazu das Bezirksamt.  Dort gab man sich zwar gelassen, da ja die Farbe nicht die Funktion beeinträchtigt. Aber von der Journalistin gedrängt, sagte man zu, Strafanzeige zu erstatten – und auch die Farbe beseitigen zu lassen, damit die Aktion „keine Nachahmer findet“.
Haben die keine anderen Probleme?
Ich wünsche mir viele NachahmerInnen – laßt die Stadt bunter werden! Oder wer mag dieses öde Grau??? Wahrscheinlich die, die auch die Betonhaufen im Kleinen Tiergarten mögen.

Begrünung der Lübecker Str.

na endlich! Bereits seit Jahrzehnten wurde immer mal wieder versucht, in dieser grauen Straße etwas Grün anzusiedeln. Die Holzkisten, die hier als zaghafter Versuch vor wenigen Jahren aufgestellt wurden, leiden bereits unter Altersschwäche. Und seitdem hat sich auch hier, wie in so vielen Straßen, das Parken in 2.Spur breit gemacht. Parkt man eben neben der Kiste….
Angesichts der drohenden Gefahr, dass sich bei Inbetriebnahme der neuen Shopping-Mall auf dem Schultheiß-Gelände  (die wievielste isses eigentlich in Berlin? die 84. oder 184.?)  die Lübecker Str. zum Zubringer zur Tiefgarage auf der Turmstr. entwickeln wird, kommt nun tatsächlich das Bezirksamt in die Gänge. Doch leider – alles viel zu spät. Die Planungen befinden sich noch im Anfangsstadium. Weiterlesen